Kuratie Weng

Kirche Kuratie Weng

In der Pfarrei leben 446 Katholiken (Stand 2010)

  • Die Pfarrkirche in Weng ist dem Hl. Georg geweiht.
  • Die Filialkirche in Großeisenbach dem Hl. Leonhard.

Patroziniumsfeste

Weng: Ende April am Sonntag zum Georgsfest
Großeisenbach: Leonhard 6.11.

Bittgänge

  • Markustag Weng - nach Großeisenbach

Bittwoche vor Christi Himmelfahrt

  • Montags nach Jarzt
  • Dienstags nach Weng

Die Kirche St. Georg Weng

Der Ort Weng wurde im Jahre 864 unter Bischof Anno von Freising erstmals urkundlich erwähnt. Unsere schöne große Kirche ist sicherlich von den Stiftern nicht als Gemeindekirche für die wenigen Einwohner erbaut worden. Noch um das Jahr 1870 wohnten in Weng nur 75 Personen in 11 Häusern, z.Zt. sind es ca. 480 Einwohner in 150 Häusern.

Die Wenger Kirche – von Süden aus gesehen – thront auf der Georgshöhe hoch über dem Ampertal2

Der Sage nach soll in Weng, ebenso wie in Inhausen und Johanneck durch Marschall Arnulf den Nasenlosen von Massenhausen der seine Gemahlin Elisabeth von Greifenberg im Jahre 1323 wegen vermuteten Ehebruchs in Kranzberg auf einem Scheiterhaufen verbrennen hatte lassen, eine Kirche als Sühnebau errichtet worden sein. Angeblich durch einen Kniefall seines Schimmels in dieser Gegend wurden diese drei Orte bestimmt.

Der heutige Bau geht allerdings nachweislich auf die Stiftung der Fraunberger, dem Nachfolgegeschlecht des Arnulf zurück. Hans der Fraunberger zu Haag auf Massenhausen und seine Gemahlin Anna von Pappenheim sind die Stifter der spätgotischen Kirche und des Benefiziums. Darauf weist im besonderen das bedeutende Hochgrab von 1472 im nördlichen Bereich des Langhauses hin.

Die Größe des Presbyteriums deutet daraufhin, dass noch ein Kloster dazu gebaut werden sollte. Wie es in einer alten Schrift heißt wurde nichts daraus, weil die Freisinger Domherrn „nicht in die Wildnis und Einsamkeit“ von Weng hinausziehen wollten.

Gerade als der Grundstein zur Frauenkirche in München am 9.2.1468 durch den Freisinger Fürstbischof Johann Tulbeck gelegt wurde, konnte in Weng der Schlußstein –1468- gesetzt und die Kirche durch den gleichen Bischof geweiht werden

Im 43 m hohen Turm befinden sich drei Glocken, die kleinste aus dem Jahre 1606 wiegt 175 kg. Die mittlere mit 400 kg –der Muttergottes geweiht- und die größte mit 600 kg –Georgsglocke- wurden nach dem zweiten Weltkrieg 1947 von der Erdinger Glockengießerei u.a. aus ca. 25 Ztr. Altmessing und Kupfer gegossen.

Der eindrucksvolle Hochaltar mit dem zentralen Motiv des Namenspatrons der Wenger Kirche - der Kampf des Hl. Georg mit dem Drachen3

Die Innenausstattung zog sich offenbar längere Zeit hin. Im Jahre 1688 erhält die Kirche den mächtigen Hochaltar. Diesen zierte wohl ursprünglich eine noch um 1855 erwähnte monumentale gotische Georgsfigur, die leider verschwunden ist. Kurioserweise tauchte in dieser Zeit (1858) erstmals im Münchner Dom eine kolossale Georgsfigur auf. Heute zu sehen neben dem Sakristeieingang im Münchner Dom. Das Hochaltarbild in Weng zeigt den Hl. Georg –Drachentöter- Es stammt vom niederländischen Maler Cornelius Bosch, dessen einzig bekanntes bzw. erhaltenes Werk in Weng steht.

1732 wurde ein neuer südlicher Seitenaltar angeschafft, den ein Freisinger Hofmaler mit der Darstellung des Hl. Leonhard malte. Im unteren Bereich ziert den Altar eine 64 cm hohe Kopie der Muttergottes von Altötting (Schwarze Madonna).

Der südliche Seitenalter mit dem Motiv des Hl. Leonhard4

1738 folgte der datierte, originelle Seitenaltar auf der Nordseite mit den geschnitzten Halbfiguren der 14 Nothelfer, die sich um das auf niederländische Vorlagen zurückgehende verglaste Muttergottesgemälde gruppieren. Stifter des Altares war der Freisinger Domherr Franz Anton Fraporta.

Der nördliche Seitenalter mit der seltenen Darstellung der 14 Nothelfer5

Die Liebe und Verbindung der Wenger zu ihrer Kirche zeigt sich schon bei der Erbauung, nur „Mit Hilfe armer Leut“ konnten die Stifter sie errichten. In den vergangenen Jahrhunderten wurden Turm und Langhaus immer wieder durch Blitzeinschläge, Sturm und Regen stark beschädigt. Das endgültige Todesurteil über eine der schönsten Kirchen im weiten Umkreis sollte während der Säkularisation um 1805 gefällt werden.

Doch die damalige Bevölkerung von Weng nahm große Opfer auf sich und ersteigerte die Kirche mit dem ganzen Inventar und bewahrte sie so vor der Demolierung und dem Abbruch.

So grüßt heute noch unser Gotteshaus, dessen 525-jähriges Bestehen wir mit Kurienkardinal Josef Ratzinger – dem heutigen Papst Benedikt XVI – 1993 feiern durften, ins weite Ampertal hinaus.

Erinnerungstafel an die Feierlichkeiten zur 525-Jahrfeier der Kirchenweihe mit Kurienkardinal Josef Ratzinger, dem heutigen Papst Benedikt XVI 6


Texte:

Florian Wildmoser, Franz Wildgruber

Bildrechte:

1, 2: Florian Wildmoser

3, 4, 5, 6: Franz Wildgruber

 

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